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Das Wichtigste in Kürze
Eine Renovierung ist der günstigste Zeitpunkt, um Beleuchtung grundlegend zu verbessern — wenn die Wände offen sind, kosten neue Kabel fast nichts extra:
- Lampen tauschen spart Strom, aber ein neues Lichtkonzept verändert, wie sich ein Raum anfühlt
- Drei Lichtschichten pro Raum (Grund-, Zonen-, Akzentlicht) machen den Unterschied zwischen „hell genug" und „wirklich gut beleuchtet"
- Die häufigsten Fehler bei der Renovierung: zu wenige Lichtauslässe, keine Dimmer, Licht als letzter Planungsschritt
- Jetzt planen, später profitieren — Leerverrohrung und zusätzliche Auslässe kosten bei offenen Wänden einen Bruchteil der Nachrüstung

Warum die Renovierung Ihre beste Chance für gutes Licht ist
Sie haben den Boden neu verlegt, die Wände frisch gestrichen, sogar die Steckdosen ausgetauscht. Aber abends im Wohnzimmer — irgendetwas stimmt nicht. Alles wirkt flach, die Farben der neuen Wandfarbe kommen nicht raus, und die Leseecke bleibt ein dunkler Schatten. In 9 von 10 Fällen liegt es am Licht.
Das Problem: Die meisten Renovierer behandeln Beleuchtung als letzten Punkt auf der Liste. Erst kommen Böden, Wände, Sanitär — und dann wird hastig die alte Deckenleuchte wieder angeschraubt. Dabei ist genau jetzt der Moment, in dem Sie mit vergleichsweise wenig Aufwand am meisten verändern können.

Gleicher Raum, andere Beleuchtung: Links nur eine Deckenleuchte, rechts ein Drei-Schichten-Lichtkonzept.
Der Grund ist simpel: Wenn die Wände offen sind — Putz ab, Tapete runter, Schlitze für neue Steckdosen bereits gefräst — kosten zusätzliche Kabel und Lichtauslässe nur einen Bruchteil dessen, was eine nachträgliche Installation kosten würde. Ein neuer Deckenauslass bei offener Wand? 30–50 Euro Material plus eine Stunde Elektrikerarbeit. Der gleiche Auslass bei geschlossener, frisch gestrichener Wand? Aufschlitzen, Kabel verlegen, verputzen, schleifen, streichen — schnell 300–500 Euro. Die Fördergemeinschaft Gutes Licht (licht.de) empfiehlt deshalb, die Beleuchtungsplanung frühzeitig in den Renovierungsprozess einzubeziehen — idealerweise noch vor der Entscheidung über Bodenbeläge.
Und die RAL-RG 678 — die Richtlinie für die Elektroinstallation in Wohngebäuden — zeigt, dass viele Bestandsbauten unter dem heutigen Mindeststandard liegen. Zwei Lichtauslässe im Wohnzimmer? In einem Neubau wäre das zu wenig.
Die vier Handlungsoptionen bei einer Renovierung
Licht.de beschreibt vier Sanierungsoptionen, die auch für Ihre Wohnungsrenovierung den richtigen Rahmen geben:
Option 1: Leuchtmittel tauschen (Retrofit) — Schnell, günstig, aber begrenzt. Sie schrauben LED-Lampen in die vorhandenen Fassungen und sparen 80–90 % Strom. Die Lichtpunkte bleiben identisch. Für den reinen Leuchtmitteltausch haben wir einen eigenen Retrofit-Ratgeber.
Option 2: Leuchten erneuern — Neue Leuchten an den bestehenden Auslässen. Mehr Gestaltungsfreiheit bei Form, Lichtverteilung und Farbtemperatur — aber immer noch die gleichen Positionen.
Option 3: Auslässe ergänzen — Neue Lichtpunkte dort, wo sie gebraucht werden. Erfordert offene Wände oder Decken — genau das, was bei einer Renovierung gegeben ist. LED-Einbaustrahler sind die häufigste Neuinstallation bei einer Deckenrenovierung: Sie verteilen das Licht gleichmäßig und verschwinden elegant in der Decke.
Option 4: Neukonzeption — Komplette Lichtplanung von Grund auf. Maximale Freiheit, aber auch maximaler Aufwand.
Die meisten Renovierer wählen Option 1 oder 2, weil sie nicht wissen, dass Option 3 bei offenen Wänden kaum Mehrkosten verursacht. Genau das ist die verpasste Chance. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie mindestens Option 3 realisieren — und die 10 häufigsten Lichtplanungsfehler dabei vermeiden.
Bestandsaufnahme — was haben Sie, was brauchen Sie?
Ist-Zustand erfassen
Bevor Sie neue Lichtauslässe planen, brauchen Sie ein klares Bild vom Ist-Zustand. Das klingt aufwendiger, als es ist — eine halbe Stunde pro Raum reicht.
Nehmen Sie den Grundriss Ihrer Wohnung (oder zeichnen Sie einen einfachen Grundriss auf kariertem Papier) und markieren Sie für jeden Raum:
- Alle vorhandenen Lichtauslässe — Decke, Wand, Steckdosen mit Schaltung
- Alle Schalter — welcher Schalter steuert welchen Auslass?
- Steckdosen — wo stehen Steh- und Tischlampen, und gibt es dort Steckdosen?
Fotografieren Sie zusätzlich jeden Raum aus allen vier Ecken. Das hilft später bei der Besprechung mit dem Elektriker — und Sie sehen Details, die Ihnen beim Abgehen entgangen sind.
Typische Defizite bei Bestandsbauten aus den 1960er–1990er Jahren: Ein einzelner Lichtauslass in der Deckenmitte (die „Einzel-Deckenleuchte-Falle"), keine Wandauslässe für indirekte Beleuchtung, keine geschalteten Steckdosen für Stehlampen und — fast immer — kein einziger Dimmer.
Notieren Sie außerdem die Nutzungszonen in jedem Raum: Wo wird gelesen? Wo gegessen? Wo gearbeitet? Wo entspannt? Ein 25 m² Wohnzimmer hat mindestens drei verschiedene Nutzungsbereiche — und jeder braucht eigenes Licht.
Soll-Zustand planen
Jetzt wird aus Analyse Planung. Der wichtigste Planungsrahmen: das Drei-Schichten-Prinzip. Jeder Raum braucht mindestens Grundlicht (gleichmäßige Helligkeit) und Zonenlicht (gerichtetes Licht für Tätigkeiten). Akzentlicht ist der Bonus, der den Unterschied macht — eine angestrahlte Wand, ein beleuchtetes Regal. Wenn Sie das Prinzip im Detail verstehen möchten, hilft unser Artikel über das Drei-Schichten-Beleuchtungskonzept.
Für die konkrete Planung brauchen Sie Richtwerte. Wie hell muss welcher Raum sein? Die folgende Tabelle zeigt Lux-Empfehlungen nach DIN 5035-3:
| Raum | Grundbeleuchtung | Arbeitsbereich |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 150 Lux | 500 Lux (Lesen) |
| Küche | 300 Lux | 500 Lux (Arbeitsfläche) |
| Schlafzimmer | 100 Lux | 300 Lux (Kleiderschrank) |
| Bad | 200 Lux | 500 Lux (Spiegel) |
| Flur | 100 Lux | — |
| Arbeitszimmer | 300 Lux | 500 Lux (Schreibtisch) |
| Kinderzimmer | 200 Lux | 500 Lux (Schreibtisch) |

Mindestausstattung an Lichtauslässen pro Raum — bei der Renovierung lieber einen zu viel als zu wenig einplanen.
Von Lux zu Leuchten — die Faustformel: Rechnen Sie mit 100–150 Lumen pro Quadratmeter für die Grundbeleuchtung. Ein 20 m² Wohnzimmer braucht also 2.000–3.000 Lumen insgesamt — das entspricht beispielsweise vier LED-Einbaustrahlern mit je 700 Lumen. Details zur Lumen-Berechnung finden Sie in unserem Deckenleuchten-Ratgeber.
Achtung: Planen Sie 20–30 % mehr Lichtauslässe als Sie aktuell für nötig halten. Die Nutzung Ihrer Räume wird sich ändern — ein Homeoffice, ein Hobby, ein neues Möbelstück. Genug Auslässe zu haben ist deutlich günstiger als nachzurüsten. Ein ungenutzter Auslass kostet Sie nichts. Ein fehlender Auslass kostet Sie eine aufgeschlitzte Wand.
Elektrik-Entscheidungen — was jetzt geplant werden muss
Die Bestandsaufnahme steht, der Soll-Zustand ist skizziert. Jetzt die Entscheidungen, die Sie nicht aufschieben können — denn sie müssen fallen, bevor der Verputzer kommt.
Neue Lichtauslässe setzen. Wo brauchen Sie Deckenauslässe? Wo Wandanschlüsse für Wandleuchten oder indirekte Beleuchtung? Wo geschaltete Steckdosen für Steh- und Tischlampen? Tragen Sie alles in Ihren Grundriss ein — konkret, mit Maßen. Ihr Elektriker braucht Positionen, nicht Wünsche.
Dimmer einplanen. Mindestens im Wohnzimmer, Schlafzimmer und Esszimmer gehören Dimmer an die Wand. Bei LED ist der Dimmertyp entscheidend: Phasenabschnittdimmer (nicht Phasenanschnitt) sind die sichere Wahl. Nicht jeder Dimmer funktioniert mit jeder LED — unser Ratgeber zu dimmbaren LEDs erklärt die Kompatibilität im Detail.
Leerverrohrung — der Geheimtipp. Leerrohre in Wänden und Decken kosten bei der Renovierung fast nichts extra, weil die Schlitze ohnehin offen sind. Aber sie ermöglichen spätere Ergänzungen ohne Wand-Aufstemmen. Sie wissen noch nicht, ob Sie in zwei Jahren Smart-Home-Kabel brauchen? Leerrohr rein. Kostet heute 5 Euro pro Meter — und spart Ihnen morgen 500 Euro Maurerarbeit.
Einbaustrahler-Planung. Wenn Ihre Decke ohnehin erneuert wird — Trockenbau, abgehängte Decke, neue Gipskartonplatten — dann sind Einbaustrahler die elegantere Alternative zu Aufbauleuchten. Die Lichtverteilung ist gleichmäßiger, das Design cleaner. Beachten Sie die Einbautiefe: Mindestens 50–70 mm Zwischenraum zwischen Gipskartonplatte und Rohdecke brauchen Sie je nach Modell. Welcher Strahler zu Ihrer Situation passt, erklärt unser Einbaustrahler-Kaufratgeber. Praktisch für die Renovierung: Einbaustrahler-Sets enthalten Leuchte, Einbaurahmen und GU10-Leuchtmittel — alles in einem Paket.

Einbaustrahler brauchen mindestens 50–70 mm Einbautiefe — bei der Deckenrenovierung von Anfang an einplanen.
Smart-Ready installieren. Auch wenn Sie heute noch kein Smart Home planen: Lassen Sie die Schalterdosen etwas tiefer setzen (58 mm statt 47 mm) und den Neutralleiter zum Schalter führen. Dann ist eine spätere Nachrüstung mit smarten Schaltern oder Dimmern jederzeit möglich — ohne erneute Wandarbeiten. Mehr zum Thema in unserem Smart-LED-Ratgeber.
Profi-Tipp: Sprechen Sie mit dem Elektriker VOR dem Verputzen, nicht danach. Die Lichtplanung muss in der Rohbauphase stehen — sonst werden Kompromisse teuer. In der Praxis heißt das: Bevor der Maler kommt, muss jeder Auslass gesetzt sein. Danach ist Schluss.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Lichtplanung bei einer Renovierung?
Professionelle Lichtplanung durch einen Lichtplaner kostet 500–2.000 Euro, je nach Wohnfläche und Komplexität. Selbst planen mit Grundriss und Lux-Tabelle: 0 Euro — plus den Elektriker-Stundensatz für neue Auslässe (60–90 Euro pro Stunde). Der größte Kostenfaktor ist allerdings keiner der beiden: Es ist das nachträgliche Korrigieren von Fehlern, die bei der Renovierung hätten vermieden werden können.
Wie viele Lichtauslässe brauche ich pro Raum?
Die RAL-RG 678 definiert Mindestausstattungen: Wohnzimmer mindestens 2 Deckenauslässe plus 1 Wandauslass, Küche 2 plus 1, Bad 2 plus 1. Die Komfortausstattung liegt deutlich darüber. Faustformel: Lieber einen Auslass zu viel als zu wenig — ein ungenutzter Auslass hinter dem Schrank stört niemanden. Ein fehlender Auslass neben dem neuen Lesesessel schon.
Kann ich LED-Einbaustrahler in eine bestehende Decke einbauen?
Ja, sofern genügend Einbautiefe vorhanden ist — mindestens 50–70 mm je nach Modell. Bei massiven Betondecken ohne Zwischenraum gibt es zwei Alternativen: besonders flache Aufbaustrahler oder eine abgehängte Decke aus Gipskarton, die den nötigen Hohlraum schafft. Mehr dazu in unserem Einbaustrahler-Kaufratgeber.
Reicht es, nur die Leuchtmittel auf LED zu tauschen?
Für die Energieersparnis absolut — Retrofit spart 80–90 % Strom gegenüber Halogen oder Glühlampe. Für ein verbessertes Lichtkonzept reicht es nicht. Wenn Sie ohnehin renovieren und die Wände offen sind, verschenken Sie die Chance auf zusätzliche Lichtpunkte und Dimmer. Der Leuchtmitteltausch ist Option 1 von vier — und die Renovierung erlaubt Ihnen mindestens Option 3.
Wann sollte ich einen Lichtplaner hinzuziehen?
Bei Wohnflächen über 120 m², offenen Grundrissen mit mehreren Nutzungszonen oder wenn Sie Wert auf ein stimmiges Gesamtkonzept legen. Ein Lichtplaner denkt in Szenen und Stimmungen — das kann ein Elektriker normalerweise nicht leisten. Bei einer Standard-3-Zimmer-Wohnung reicht die Planung mit diesem Ratgeber und einem guten Elektriker in der Regel aus.
Dimmer oder Smart Home — was ist sinnvoller?
Dimmer sind günstiger und zuverlässiger — ein Dreh am Knopf, fertig. Smart Home bietet mehr Flexibilität: Lichtszenen, Zeitsteuerung, Fernzugriff per App. Bei der Renovierung der pragmatische Weg: Mindestens Dimmer installieren und die Elektrik Smart-Ready vorbereiten (tiefe Schalterdosen, Neutralleiter). So können Sie später nachrüsten, ohne Wände aufzureißen.
Welche Farbtemperatur für welchen Raum?
Wohnzimmer, Schlafzimmer und Esszimmer: 2.700 K (warmweiß) für gemütliche Atmosphäre. Küche, Bad und Arbeitszimmer: 3.000–4.000 K (neutralweiß) für bessere Konzentration und Farbwiedergabe. Flur: 2.700–3.000 K — warm genug zum Ankommen, hell genug zum Schuhe finden. Renovieren Sie einen Altbau mit hohen Decken? Dann gelten besondere Proportionsregeln — unser Altbau-Lichtkonzept hilft weiter.
Fazit
Der Raum, der trotz neuer Farbe und neuem Boden abends flach und ungemütlich wirkt — das muss nicht sein. Eine Renovierung ist die einmalige Gelegenheit, Beleuchtung nicht nur zu ersetzen, sondern von Grund auf richtig zu machen. Bestandsaufnahme, Drei-Schichten-Planung und rechtzeitige Elektrik-Entscheidungen — drei Schritte, die den Unterschied zwischen „hell genug" und „wirklich gut beleuchtet" ausmachen.
Beginnen Sie mit der Bestandsaufnahme: Nehmen Sie den Grundriss Ihrer Wohnung und markieren Sie jeden vorhandenen Lichtauslass. Dann sehen Sie sofort, wo die Lücken sind.
Passende Produkte für Ihre Renovierungs-Lichtplanung:
- LED-Einbaustrahler — gleichmäßige Grundbeleuchtung für renovierte Decken
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Quellen & weiterführende Links
- licht.de — Tipps für die private Lichtplanung — Fördergemeinschaft Gutes Licht
- licht.de — Handlungsoptionen bei der Beleuchtungssanierung — Vier Sanierungsoptionen im Überblick
- LichtRechner.de — Lux-Werte für Wohnräume — Beleuchtungsstärke-Tabelle nach DIN 5035-3
- RAL-RG 678 — Elektrotechnische Ausstattung von Wohngebäuden (Richtlinie für Mindestausstattung an Lichtauslässen)
- DIN 5035-3 — Beleuchtung mit künstlichem Licht: Beleuchtung von Wohn- und Arbeitsräumen